HIE (Hypoxisch-ischämische Enzephalopathie): Was bedeutet das?
Kommt es im Rahmen einer perinatalen Asphyxie zu einem nachweisbaren Sauerstoff- und Durchblutungsmangel des Gehirns, spricht man von einer hypoxisch-ischämischen Enzephalopathie – kurz HIE.
Der Begriff der HIE setzt sich wie folgt zusammen: hypoxisch bedeutet „durch Sauerstoffmangel verursacht“, ischämisch bedeutet „durch eine verminderte Durchblutung verursacht“, und Enzephalopathie ist ein medizinischer Sammelbegriff für eine Funktionsstörung oder Erkrankung des Gehirns Eine HIE entsteht also, wenn das Gehirn durch den vorherigen Sauerstoff- und Durchblutungsmangel beeinträchtigt wurde. Dies kann akut passieren, im Rahmen der Geburt, oder chronisch, in den letzten Tagen vor der Geburt.
Diese Beeinträchtigung kann sich bereits in den ersten Lebensstunden zeigen oder sich im Verlauf der ersten Tage entwickeln. Mögliche Anzeichen können eine ungewöhnliche Schläfrigkeit, verminderte oder gesteigerte Reizbarkeit, ein veränderter Muskeltonus (sehr schlaff oder sehr angespannt), oder in schwereren Fällen auch Krampfanfälle sein. Je nach Ausprägung wird die HIE in drei Schweregrade eingeteilt: mild, moderat und schwer. Diese Einteilung ist entscheidend, um die bestmögliche Therapie und Nachsorge zu planen.
Eine akut behandlungsbedürftige, moderate bis schwere HIE tritt bei etwa 1 bis 3 von 1000 Neugeborenen auf (bezogen auf alle Geburten). Das bedeutet, dass nur ein kleiner Teil der Neugeborenen mit einer perinatalen Asphyxie tatsächlich eine HIE entwickelt.