Die Diagnose

Eine unserer Kernaufgaben ist die Bereitstellung von verständlich aufgearbeiteten Informationen.
Auf dieser Seite findet ihr die wichtigsten Grundlagen zu eurer Diagnose.

Perinatale Asphyxie: Was ist das eigentlich?

Der Begriff „Perinatale Asphyxie“ setzt sich aus zwei Teilen zusammen:  perinatal  bedeutet „um die Geburt herum“, und Asphyxie stammt aus dem Griechischen. Wörtlich übersetzt bedeutet es „Pulslosigkeit“, wird jedoch in der Medizin allgemeiner für einen schweren Sauerstoffmangel verwendet.

Bei einer perinatalen Asphyxie kommt es vor, während oder unmittelbar nach der Geburt zu einer deutlich verminderten Sauerstoffversorgung und/oder Durchblutung des Neugeborenen. Dies kann rasch zu einem medizinischen Notfall werden, bei dem das Neugeborene sofortige Unterstützung durch das ärztliche und pflegerische Team benötigt, um die Atmung zu unterstützen und den Kreislauf zu stabilisieren.

In Ländern mit hoch entwickeltem Gesundheitssystem tritt eine perinatale Asphyxie bei etwa 4 bis 8 von 1000 Neugeborenen auf. Hierbei ist es wichtig zu vermerken, dass alle Organe betroffen sein können. Besonders wichtig ist, dass nicht jeder Sauerstoffmangel automatisch zu bleibenden Schäden oder zu einer weiteren Erkrankung führt.

Der Körper eines Neugeborenen verfügt über eine Reihe von Schutzmechanismen, die helfen können, eine solche Situation zu überstehen.

HIE (Hypoxisch-ischämische Enzephalopathie): Was bedeutet das?

Kommt es im Rahmen einer perinatalen Asphyxie zu einem nachweisbaren Sauerstoff- und Durchblutungsmangel des Gehirns, spricht man von einer hypoxisch-ischämischen Enzephalopathie – kurz HIE.

Der Begriff der HIE setzt sich wie folgt zusammen: hypoxisch bedeutet „durch Sauerstoffmangel verursacht“, ischämisch bedeutet „durch eine verminderte Durchblutung verursacht“, und Enzephalopathie ist ein medizinischer Sammelbegriff für eine Funktionsstörung oder Erkrankung des Gehirns Eine HIE entsteht also, wenn das Gehirn durch den vorherigen Sauerstoff- und Durchblutungsmangel beeinträchtigt wurde. Dies kann akut passieren, im Rahmen der Geburt, oder chronisch, in den letzten Tagen vor der Geburt.

Diese Beeinträchtigung kann sich bereits in den ersten Lebensstunden zeigen oder sich im Verlauf der ersten Tage entwickeln. Mögliche Anzeichen können eine ungewöhnliche Schläfrigkeit, verminderte oder gesteigerte Reizbarkeit, ein veränderter Muskeltonus (sehr schlaff oder sehr angespannt), oder in schwereren Fällen auch Krampfanfälle sein. Je nach Ausprägung wird die HIE in drei Schweregrade eingeteilt: mild, moderat und schwer. Diese Einteilung ist entscheidend, um die bestmögliche Therapie und Nachsorge zu planen.

Eine akut behandlungsbedürftige, moderate bis schwere HIE tritt bei etwa  1 bis 3 von 1000 Neugeborenen  auf (bezogen auf alle Geburten). Das bedeutet, dass nur ein kleiner Teil der Neugeborenen mit einer perinatalen Asphyxie tatsächlich eine HIE entwickelt.